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Image by Zach Vessels

Geschichte

Mit 60 Jahren und nach 35 Dienstjahren machte die Gymnasiallehrerin
Lore Bohm ihren Traum wahr und wanderte nach Namibia aus

Im Oktober 2003 “entdeckte” Lore Bohm durch Zufall die “D.R.C.” (Democratic Resettlement Community): Dies ist eine illegale Wohnsiedung und damit das Armutsviertel Swakopmunds, das etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt lag und somit für den “normalen” Besucher unsichtbar blieb.

 

Dieses Wohngebiet ist so groß geworden, dass es mittlerweile an der Stadt angrenzt und beherbergt heute (2022) rund 32.000 Menschen, die Opfer der klassischen Landflucht sind. Hier war die Arbeitslosigkeit vor Corona mit ca. 80 Prozent schon extrem hoch, mittlerweile schwangt die Arbeitslosenquote zwischen 90 – 95 Prozent.  Trotzdem sind in der D.R.C. Kindergärten auf Grund privater Initiativen schwarzer Frauen entstanden. Sie nehmen häufig nicht einmal genug Geld ein, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Im Jahre 2022 gab es 72 Kindergärten in ganz Swakopmund.

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Lore Bohm wird
von den Kindern eines Kindergartens
begrüßt

Nach Jahrelanger konstanter Arbeit ist das Projekt “Kleine Engel” stetig gewachsen und schon lange über den Status eines Freundschaftsdienstes hinaus. Vor allen Dingen Institutionen wie das Schillergymnasium aus Münster, die Westfälischen Nachrichten mit der Redaktion in Lengerich, das Projekt Aktion Kleiner Prinz aus Warendorf und viele Privatpersonen unterstützen das Projekt regelmäßig.

Stellvertretend seien einige genannt:

Das Ehepaar Kartusch aus Wien unterstützt die Kleinen Engel seit 2008. Inzwischen regelmäßig zu Gast bei den Kleinen Engeln ist Jörg Wintersieg, der sich sehr stark persönlich engagierte: Zunächst spendierte er seinen Jahresurlaub und half in dieser Zeit bei dem Neubau eines Kindergartens. Für seinen Einsatz wurde er von seinem Arbeitgeber mit einem Preis ausgezeichnet, den er wiederum den Kleinen Engeln zukommen ließ. Hut ab! Darüber hinaus sind die Kleine Engel von Swakopmund eines von 12 weltweiten Projekten, die von der ”Aktion Kleiner Prinz” (Warendorf) unterstützt werden. Details über die Entwicklung in den vergangenen Jahren können Sie auch den Jahresberichten entnehmen, die Sie im Downloadbereich finden. Derzeit werden durch das Projekt Kleine Engel vier Kindergärten mit 123 Kindern betreut (Stand 2022). In den Kindergärten arbeitet je eine ausgebildete Fachkraft, unterstützt von einer Helferin. Die Kindergärtnerinnen sind von 8 – 17 Uhr für die Kinder da, ungefähr die Hälfte der Kinder geht mittags nach Hause, wenn Geschwisterkinder von der Schule kommen.

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Ein normaler Kindergarten im Township von Build Together

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Darüber hinaus hilft das Projekt Kleine Engel in Notfällen auch Personen, die nicht direkt zum Kindergarten gehören.

 

Dazu zählte beispielsweise Amon, ein damals 13-jähriger Junge, der bei seinen alkoholabhängigen Eltern in der Nachbarschaft eines Kindergartens lebte, an Malaria erkrankt und taubstumm war. Beide Eltern waren schwerst alkoholabhängig und waren nicht in der Lage sich um ihren Sohn zu kümmern. Amon ist jetzt mit Hilfe des Projektes “Kleine Engel” malariafrei und besuchte seit Januar 2008 die einzige Taubstummenschule “NISE” in Windhoek, unterstützt seit 2005 von Dr. Scholtis aus Frankfurt.

 

Ein weiteres Beispiel ist die 9 Jahre alte Christy Swaartboi, bei der Diabetes Stufe 1 festgestellt worden ist. Diese Diagnose ist bei einem Kind aus dem Township einem Todesurteil gleich. Zum Glück wurden wir von Gesina Sparenberg benachrichtig und konnten früh genug helfen. Für Christy wurde von Susanne Webers (eine Tierärztin aus Albbruck die das Projekt Kleine Engel persönlich besuchte) eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die speziell für die Bezahlung des Insulins für Christy verwendet wurde.

 

Tjimamutja Muzuma oder Sunshine ist auch ein Beispiel, dem das Projekt Kleine Engel geholfen hat. Der Junge ist Körperlich und Geistig behindert und hat am Anfang einen von uns unterstützten Kindergarten für normale Kinder besucht. Er konnte nur auf dem Boden rumkrabbeln, da es in dem Kindergarten nicht möglich war einen Rollstuhl zu benutzten (Sandboden).

 

Außerdem waren die Kindergärtnerinnen nicht geschult und hatten keine Erfahrung mit der Betreuung eines Behinderten Kindes. Das Projekt hat Tjimamutja einen Platzt bei C.H.A.I.N besorgt und übernimmt seitdem die Kosten bei C.H.A.I.N und die anfallenden Arztkosten.

 

Seit 2011 plante Lore Bohm gemeinsam mit drei weiteren Partnern den Neubau einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Handicap. Federführend war der Verein CHAIN (Children with handicaps action in Namibia), der 1999 in Swakopmund gegründet wurde und sich zum Ziel gesetzt hatte, dass inzwischen viel zu klein gewordenen Heim, durch eine größere Einrichtung zu ersetzten.

 

Die Baugenehmigung wurde nach langen Schwierigkeiten im Mai 2017 erteilt, der erste Spatenstich erfolgte noch im selben Monat. Durch großzügige Unterstützung aus Deutschland, Hilfe städtischer Firmen und Privatpersonen wurde der Neubau fertiggestellt und alle 25 Kinder von der langen Warteliste konnten in die wesentlich größere Einrichtung aufgenommen werden.

 

CHAIN hatte es geschafft und konnte den Herzenswunsch des Vereins endlich verwirklichen.  

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